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    Archiv für 9. Januar 2012

    My big fat greek wedding

    My big fat greek wedding

     

     

    Ein Geheimtipp ist dieser Film schon lange nicht mehr. Jeder, der ihn gesehen hat, weiß warum. Der Film über eine junge Frau griechischer Herkunft, zweite Generation in den USA, ist in den USA ein Riesenerfolg gewesen – und das nicht ohne Grund. Er spiegelt die Mentalität der Griechen auf eine sehr humorvolle Art wider. Gleichsam stimmt er einen auch sehr nachdenklich, wenn man sich in die Gedankenwelt der ersten Generation versetzt. Problematiken, die man ohne weiteres auf die Migranten hier in Deutschland übertragen kann. Wer die Griechen ein wenig kennt, wird vieles wieder erkennen. Wichtig ist vor allem, auf die vielen liebevollen Details zu achten. Im Kino läuft er zur Zeit zwar nicht mehr, aber er wird sicher bald auf Video und DVD erhältlich sein und lohnt sich auch noch ein zweites, drittes oder viertes Mal. Athanassia Moudiou

     

    Annas Odyssee

     

    Annas Odyssee

     

    Sie hat es wirklich nicht leicht, die Heldin unseres Romans. Ihre Eltern betreiben im englischen Nottingham eine gut gehende Imbissbude. Diese Quelle des Familieneinkommens verlangt den Einsatz aller Familienmitglieder.

    Und dazu zählen neben Anna noch ihr Bruder Andy und ihre Eltern Adonis (Toni) und Constantina (Tina). Und dann gibt es da noch Yiaya – die Großmutter – der in diesem Roman eine besondere Rolle zukommt.

    Die Führungsrolle in der Familia wird von Tina mit großer Energie ausgefüllt. Sie bestimmt auch mit großer Lautstärke und einem verballhornten Englisch das Erscheinungsbild des Familienbetriebes gegenüber der recht gemischten Kundschaft, die die griechisch-zypriotische Imbissbude besucht.

     

    Warum geht es eigentlich in diesem Buch? es geht um griechische und griechisch-zypriotische Lebensweise in der Fremde, um Familie, um Träume und Traditionen. Die Autorin Eve Makis schildert aus der Sicht von Anna den Alltag der Familie. Hier geht es nicht vordergründig um große dramatisierte Ereignisse, hier haben wir es mit den ganz und gar Menschlichem des Alltags zu tun.

    Anna denkt gar nicht daran, wie ihre Mutter hinter dem Tresen des Imbissladens die Erfüllung zu suchen. Sie hat Vorstellungen von Studium und beruflicher Herausforderung. Sie ist nicht bereit sich Tinas Versuchen eine Hochzeit mit einem von der Familie erwählten gut situierten Fremden zu unterwerfen. Und sie findet listige Unterstützung bei Yiaya, die immer wieder Wege findet, ihrer Enkelin zu helfen.

    Jedes Kapitel dieses Buches werden mit zypriotischen Rezepten aus Yiayas Küche eingeleitet. Und diese Rezepte stimmen uns auf immer wieder überraschende Er-eignisse in der Familie ein.

    Das Buch beschönigt nicht die Mühen des alltäglichen Lebens, aber es ist mit einer Leichtigkeit geschrieben, die keine Melancholie aufkommen lässt. Wer sich in diese Migrantenwelt entführen lässt wird gut unterhalten, aber hat auch die Möglichkeit mehr über griechische Lebensweise in der Fremde zu erfahren.

    Eve Makis – “Annas Odyssee”

    Bastei Lübbe Taschenbuch, 302 Seiten

    6,95 €, ISBN 3-404-15389-8

     

    Bilderlexikon Griechisch-Deutsch

     

    Bilderlexikon Griechisch-Deutsch

     

    Bei meinem letzten Griechenland-Aufenthalt entdeckte ich in einem Athener Buchladen ein neues griechisch-deutsches Wörterbuch, das ich unbedingt sofort kaufen musste (ich habe nur vier bis fünf).

    Der große Unterschied zu meinen bisherigen Lexika ist, dass es sich um ein Bilder Lexikon handelt, d.h. die Vokabeln sind nicht einfach nur alphabetisch aufgelistet, sondern es gibt eine Abbildung des gesuchten Begriffes, neben dem sowohl die griechische als auch die deutsche Bedeutung steht. Außerdem ist der Inhalt des Buches nach Themengruppen geordnet, z.B. Musik, Geographie, Architektur, Nahrungsmittel, Tiere, Vögel usw.

    Ich legte das Buch einer Griechin vor, die in Athen Griechischkurse für Ausländer gibt. Sie zeigte sich sehr beeindruckt von dem umfangreichen Wortschatz.

    Kafkas Publications ISBN 960-88640-1-1

    © 2005 QA International

     

    Christiane Laupenmühlen

    „Bis er wieder tanzt“ – Mikis Theodorakis – Erinnerungen

     

     

    „Bis er wieder tanzt“ Mikis Theodorakis – Erinnerungen

     

     

    Den bitteren Jahren des Zweiten Weltkrieges folgten in Griechenland keine Aufbau- und Friedensjahre. Der bis 1949 andauernde blutige Bürgerkrieg zerriss Griechenland und überzog das Land mit Hass, Mord, Folter und Terror. Die Sieger des Bürgerkrieges, die monarchistischen und rechtsnationalistischen Kräfte, setzten nach 1949 weiter auf einen Kurs der Unterdrückung und Verfolgung von Menschen, die sich nicht in ihrem Sinne konform verhielten. 10.000tausende flohen in der Folge ins Ausland, um ihr Leben zu retten.Die politischen und menschlichen Folgen des Bürgerkrieges blieben lebendig bis in die 60er Jahre. Als Mitte der 60er Jahre dann die demokratischen Kräfte Griechenlands langsam Oberhand gewannen, setzten die Obristen 1967 mit ihrem vom Königshaus geförderten Putsch dieser Entwicklung ein jähes Ende. Die Obristen konnten dabei auf einen Staats- und Polizeiapparat setzen, der im Geiste des kalten Krieges arbeitete und in dem das Denken der Bürgerkriegszeit weitgehend ungebrochen war. Erst nach 1974 und dem jämmerlichen Scheitern der Junta-Clique begann der eigentliche demokratische Aufbau Griechenlands und die Herausbildung einer Zivilgesellschaft in der der politische Gegner nicht mehr der Feind war, dem man blutig bekämpfen musste.Wer heute Griechenland besucht und ein lebendiges stabiles demokratisches Land erlebt, kann sich kaum vorstellen, dass diese Demokratie noch nicht einmal 30 Jahre alt ist. Und dies in einem Land, von dem behauptet wird, dass hier in der Antike die Demokratie entstanden ist.

    Mikis Theodorakis, der Musiker, der Komponist und Dirigent, dessen Musik auf unvergleichliche Weise Griechenlands Seele verkörpert, hilft mit seinem Buch „Bis er wieder tanzt“ die Zeit des endenden Bürgerkrieges und seiner Folgejahre auf ungewohnte Weise zu erfühlen und zu verstehen.

    Zwei Jahre seines Lebens schildert Mikis in Episoden und Rückblicken, verwoben mit der weit ins Mittelalter zurückreichenden Geschichten seiner Familie. Diese zwei Jahre werden als die kretischen Jahre des Mikis Theodorakis bezeichnet.

    Mit dem Buch „Die Wege des Erzengels“ (Autobiographie 1925-1949, Insel, 1995) hatte Theodorakis insbesondere die Jahre des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer und des dem Zweiten Weltkrieg folgenden griechischen Bürgerkrieges beschrieben. An diese Zeit knüpft er nun mit seinem neuen Buch an.

    Die Liebe zur Heimatinsel seiner Vorfahren väterlicherseits – Kreta – durchzieht das Buch wie ein roter Faden. Der Alexis Zorbas von Nikos Kazantzakis, dem Theodorakis mit seiner legendären Filmmusik unsterbliches Leben einhauchte, scheint ein Theodorakis gewesen zu sein. Unverkennbar ist jene Lebensfreude, die den Schicksalsschlägen trotzt und mit denen auch schwierigste Hürden genommen werden.

    Der Schriftsteller Theodorakis hat keine trockene Biographie verfasst. Dieses Buch ist vielmehr in einer lebendigen Sprache geschrieben, die uns entführt und verführt, die uns mitleiden und mitleben lässt. Wie mit seiner Musik kann Theodorakis auch mit seiner Sprache die griechische Welt öffnen und uns darin tief eintauchen lassen.

    Dabei ist der konkrete Hintergrund dieser Jahre weder romantisch noch lustig. Theodorakis war als junger Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung Griechenlands zu einem überzeugten Anhänger der politischen Linken geworden und im Bürgerkrieg hatte er auf Seiten der Linken gekämpft. Er wurde wegen dieser Haltung verhaftet, auf der KZ Insel Makronisos eingesperrt und gefoltert. Ihm wurde ein Bein gebrochen. Nach seiner Haft-Entlassung 1949 fuhr er zu seiner Familie auf Kreta. Dort wurde er wieder verhaftet und gefoltert. Erneut wurde ihm dabei sein Bein gebrochen. Seine Familie befreite ihn aus der Gefangenschaft und er blieb zwei Jahre auf Kreta, wo er auch seine musikalische Laufbahn begann.

    In vielen kleinen verwobenen Anecktoden und Geschichten wird die Familie vorgestellt, die eng mit der Entwicklung Griechenlands und Kretas verbunden ist.

    So gehören zu seinen Vorfahren Georgios Spiridakis, der Anführer der Aufständischen gegen die osmanische Herrschaft in Chania. Vasilios Chalis war der erste Bürgermeister des befreiten Nafplion im Jahr 1830. Stefanos Chalis war kretischer Musiker und Komponist des kretischen Volksliedes „Wann wird wieder sternklare Nacht sein“. Die Mischung von Politik und Musik liegt Theodorakis offensichtlich im Blut.

    Und Mikis nimmt in seinem Buch kein Blatt vor dem Mund. Dies gilt für die Schilderung der blutigen Geschichte Kretas und des Kampfes der Türken und Griechen in die seine Familie verwoben war. Aber auch in den persönlichen und erotischen Dingen ist Theodorakis ein Freund der offenen Sprache.

    Und Mikis nennt Leid und Verbrechen beim Namen, nicht nur wenn sie Griechen geschehen. So erfahren wir vom Schicksal eines jungen türkischen Mädchens, dem während eines griechischen Massakers in einem türkischen Dorf die Gnade zu Teil wurde, dass sie nicht erschlagen sondern ihr nur die Zunge herausgeschnitten wurde, damit sie nicht dem Pascha berichten konnte. Dieses Mädchen verschlug es in den Wirren des Krieges in die Theodorakis Familie, wo sie später einheiratete und so türkisches Blut in dieses urkretische Sippe brachte.

    Und die Geschichte der Balkankriege wird auch dadurch erlebbar, dass Mikis von einem der Söhne dieser kretischen Türkin berichtet, der als griechischer Soldat im Krieg von 1912 zu den Wachmannschaften von 10.000 türkischen Kriegsgefangenen gehörte, die auf einem Todesmarsch vom Norden nach Attika geführt wurden. Diese 10.000 Kriegsgefangenen, so berichtet Theodorakis, wurden dann mit Booten auf die wasserlose und völlig kahle Insel Makronisos übergesetzt und dort sich selbst überlassen. Sie sind dort ohne Ausnahme jämmerlich verhungert und verdurstet. Als Jahrzehnte später die Insel zur KZ Insel wurde, fanden die Häftlinge auf der Insel verstreut die Gebeine der türkischen Gefangenen und fragten sich verwundert, wer diese Menschen wohl gewesen sind.

    Und dann sind da natürlich die vielen Tausende Griechen, die auf Kreta von der osmanischen Besatzungsmacht auf furchtbare Art und Weise gemartert, erschlagen oder versklavt wurden. Mikis berichtet über die Spirale der Gewalt und des Hasses und es wird immer deutlicher, woher seine Entschlossenheit stammt, diese Gewalt zu überwinden.

    Aber niemals verliert sich das Buch in politischen Belehrungen. Seine Schilderungen der historischen Hintergründe helfen die Menschen, die uns begegnen, zu verstehen und ihre Verankerung mit ihrer Heimat zu erspüren.

    Als Mikis Theodorakis 1949 mit gebrochenem Bein zu seiner Familie zurückkehrt, bittet er die Frauen ihn gesund zu pflegen „bis er wieder tanzt“. Und dies geschieht so. Der Mikis, der 1951 die Fähre nach Piräus besteigt, um zum Studium nach Athen zu fahren, ist ein gereifter und veränderter Mensch.

    Wenn man dieses Buch zu Ende gelesen hat und anschließend seine Musik hört, dann ist diese noch intensiver und näher als zuvor. Zumindest mir ist es so gegangen.

    Mikis Theodorakis

    Erinnerungen – Bis er wieder tanzt

    (Aus dem Griechischen übersetzt von Asteris und Ina Kutulas)

    Insel Verlag

    Frankfurt/Main und Leipzig

    ISBN 3-458-17091-X (Hardcover)

    Preis € 19,80

     

    Christian Schwarzenholz

    Das Kochbuch „Griechenland“ aus der Reihe Culinaria

     

    Das Kochbuch „Griechenland“ aus der Reihe Culinaria

     

    Das neue Kochbuch aus der Serie Culinaria widmet sich Griechenland. Wer die Serie Culinaria kennt, weiß, dass es viel mehr als nur Kochbücher sind. Außer sehr schönen und ungewöhnlichen Rezepten und einer ausgezeichneten Bebilderung ist dies Kochbuch außer einem Kochbuch gleichzeitig ein Reiseführer und ein kleines Warenkunde-Lexikon für die griechische Küche – und das auch noch zu einem sehr günstigen Preis. Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich mit den verschiedenen Regionen Griechenlands und der landestypischen Küche. Man erkennt deutliche Unterschiede zwischen den Berg- und den Küstengebieten dieses von uns zu geliebten Landes. Zusätzlich erfährt man jedoch auch einiges über Waren, die in den jeweiligen Gebieten angebaut oder hergestellt werden. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Griechenland Safran angebaut wird oder wie viele verschiedene Sorten Feigen es gibt? Das Buch informiert über die griechische Lebensart und die Essgewohnheiten der Griechen und mit seinen Rezepten macht es Lust zum Nachkochen. Wenn man in dem Buch blättert – wozu es übrigens einlädt – bekommt man einfach Lust auf Griechenland.

    Das Buch Culinaria Griechenland ist erschienen im Könemann-Verlag und kostet ca. 49 DM im Fachhandel.

     

    Athanassia Moudiou