Ein Nachtfalter flattert durchs pralle griechische Leben, Kommissar Kostas Chariotis – ein Grieche wie er im Buche steht

 

Ein Nachtfalter flattert durchs pralle griechische Leben Kommissar Kostas Chariotis
ein Grieche wie er im Buche steht

 

Die Urlaubsreise nach Griechenland steht bevor und neben dem Bikini, Badehose und Reiseführer gehört auch Unterhaltungslektüre in das Reisegepäck. Und da gibt es in diesem Jahr eine besondere Empfehlung für Hellas-Reisende. War es bisher der Krimi, oder der Liebesroman oder realistische Alltagsromane für die man sich entscheiden musste, so hilft uns nun der griechische Schriftsteller Petros Markaris auf die Sprünge.Mit seinem Kommissar Kostas Chariotis entführt uns Markaris direkt ins pralle griechische Leben. Chariotis Kriminalfälle spielen im alltäglichen Leben Athens und die Menschen um ihn herum sind Griechen des realen Lebens. Und das griechische alltägliche Leben hat es in sich, wie wir ja aus eigener Erfahrung wissen.

Auch für Kommissar Chariotis gibt es die Notwendigkeit in den Urlaub zu fahren um sich von den Strapazen der Athener Unterwelt zu erholen. Da griechische Polizistengehälter nicht hoch sind und da seine Frau weiß, wo es sich gut und billig Urlaub machen lässt, geht die Urlaubsreise für Kostas auf eine kleine Kykladeninsel, auf der seine Schwägerin ein Haus ihr Eigen nennt. Ein Erdbeben der Stärke 5,4 lässt aber nicht nur das Urlaubsdomizil erzittern, sondern auch einen Berghang, der ins Tal rutscht und ganz nebenbei eine Leiche freilegt. Und futsch ist die Urlaubsruhe unseres Kommissars. Die Spuren des Mordes führen nach Athen und Kostas bekommt reichlich zu tun im sommerlichen Athen. Die Spuren führen in einen Nachtclub, dessen Besitzer vor eben diesen von unbekannten erschossen wurde. Dem Nachtclubbesitzer gehört auch ein Fußballverein und der Tote von der Insel war ein korrupter Schiedsrichter. Die Fälle verwickeln sich und manches scheint klar zu sein. Aber wie so oft, der erste Schein trügt oft….

Petros Markaris führt uns in seinen Romanen in eine Vielzahl von alltäglichen Situationen, die mit viel Sprachwitz und liebevoll-sarkastischer Beschreibung der Tücken des Alltags in Griechenland gewürzt sind. Und man kann eine Menge in diesen Krimis lernen. So zum Beispiel, was man mit seinem Auto macht, wenn es zu einem der berüchtigten schweren Regenfälle in Athen kommen sollte, bei denen sich ganze Stadtteile in reißende Flüsse verwandeln können. Oder wie man trotz der in Folge eines zweiwöchigen Streiks aufgehäuften Menge von Abfällen auf Athens Straßen, den Omonia Platz erreichen kann.

Der Züricher Diogenes Verlag hat bisher zwei Romane von Petros Markaris mit der Figur des Kommissars Chariotis aufgelegt, die liebevoll und mit viel Sprachwitz von Michaela Prinzinger in Zusammenarbeit mit dem Autor ins Deutsche übersetzt wurden.

„Hellas Channel“ (ISBN 3-257-23282-9) und „Nachtfalter“ (ISBN 3-257-23353-1) lauten die Romantitel dieser beiden Taschenbücher, die für 10,90 € bzw. 11,90 € im Buchhandel erhältlich sind und nicht nur für Griechenlandreisende eine besonders empfehlenswerte Sommerlektüre sind.

 

Christian Schwarzenholz

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