Stadt Athen lässt Bordelle schließen

Stadt Athen lässt Bordelle schließen

Die Stadt Athen verfügte die Schließung von fünfzehn Bordellen, die nicht auf le-gale Weise betrieben werden. Die Durch-setzung erwies sich jedoch als problema-tisch: In neun Fällen legten die Prostitu-ierten Protest ein und erklärten, dass es sich gleichzeitig um ihre Wohnung han-delt. Gegen die Aktion sprach sich auch der Griechische Prostituiertenverband (K.E.G.) aus. Verbandsvertreter verwiesen darauf, dass in den 15 Bordellen insge-samt 80 Griechinnen arbeiteten, von denen viele keine andere Einkunftsmöglichkeit haben. Unter ihnen seien auch Mütter. Im Falle der neun umstrittenen Bordelle will die Stadtverwaltung eine Untersuchung einleiten; ansonsten zeigte man sich je-doch unbeeindruckt von den Protesten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ira Valsamaki unterstrich in einer öffentlichen Erklärung die Notwendigkeit der Maß-nahme, um für Ordnung in der Branche zu sorgen. Kürzlich hatten die Orthodoxe Kirche sowie mehrere europäische Regie-rungen gegen das Vorhaben der Stadt Athen protestiert, für die Einrichtung le-galer Bordelle während der Olympischen Spiele einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen. U.a. wurde der Vorwurf erho-ben, die Stadtverwaltung würde auf diese Weise der Vermarktung der fleischlichen Liebe Vorschub leisten. Bürgermeisterin Dora Bakojanni bezeichnete dies als Missverständnis. Man wolle lediglich ge-gen die illegale Prostitution in Griechen-land vorgehen.
(AZ Nr.477 08.08.03)

11.12.2003

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