Januar 2012
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    Der nördliche Pilion unentdecktes Land

     

     

    Der nördliche Pilion
    unentdecktes Land

     

     

    Kaum ein Tourist verirrt sich in den Norden des Pílion. Von Vólos in Richtung nordöstlicher Pílion führt eine Straße von Zagorá nach Pourí – hier endet sie, zumindest für normale PKW. Nach Pália Mitzéla gelangt man nur zu Fuß, oder mit dem Geländewagen. Vom Dorf stehen heute nur noch die Ruinen der Häuser und Kirchen, die die Bewohner verließen. Nach einem Angriff der Osmanen 1827 stürzten sich die Menschen von den Felsen, um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Die Überlebenden erhielten von Königin Amalia ein schönes Fischerdorf am Südwestrand des Pegassitikós Kólpos (Bucht von Volos) namens Amaliápolis oder Néa Mitzéla.

     

    Will man mit dem Auto an die Küste des nördlichen Pílion nimmt man den Weg von Vólos über Melissátika Richtung Norden. Nur durch wenige Dörfer fahren wir auf dem Weg an die Ägäis: Glafirá mit den Resten der antiken Stadt Glaphirai, Kerasséa mit Gräbern aus geometrischer Zeit und Kanália, das Dorf im Mandelhain. Ano Kerasséa wurde von deutschen Truppen zerstört, um den Widerstand der Bewohner zu bestrafen. Zwischen Kerasséa und Kanália streifen wir das Gelände des trockengelegten Karla-Sees. Schon von weitem erkennt man die riesige schwarze Fläche.

    Von Kanália geht es über das Pílion-Gebirge nach Keramídi und einige Kilometer weiter nach Kamási an der Küste des ägäischen Meeres. Hier trifft man (fast) nur Einheimische, die von Velestíno oder Lárissa einige Stunden am Meer verbringen wollen. Der Strand ist nicht groß, aber auch nicht überlaufen.

    Von Keramídi führt eine Schotterstraße durch eine raue Landschaft nach Véneton und weiter zum Mönchkloster Metamorfósi tou Sotíra tou Flamoúri. Es wurde vom heiligen Symeon gegründet, der so asketisch war, dass er nur eine Kutte und keine Schuhe besaß. Näheres hat Werner Helweg in seinem Buch “Im Dickicht des Pelion” beschrieben (in unserer vorletzten Ausgabe). Hier soll es auch zahlreiche zauberhafte Grotten geben, die wir leider nicht besuchen konnten.

     

    Günter Schmidt

     

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