Karpathos

 

Karpathos

Die Insel –

Anreise
Die Insel liegt abseits der üblichen Schiffahrtsrouten, die Piräus sternförmig mit den Inseln der Ägäis verbinden. Die Schiffe nach Karpathos fahren entweder über die Kreta-Route oder kommen über Rhodos zur Insel. Beide Verbindungen sind sehr zeitaufwendig und teilweise mit Umsteigevorgängen verbunden. Seit einigen Jahren verfügt Karpathos aber über einen Flughafen mit einer Landebahn, auf der selbst die Concorde landen und starten könnte. Von Deutschland aus können sie entweder mit den Linienflügen der Olympic-Airways, mit einmal Umsteigen in Athen oder Rhodos, oder mit verschiedenen deutschen Charterfluggesellschaften im Direktflug nach Karpathos gelangen.

Die Insel
Karpathos gehört nicht zu den kleinen Inseln der Ägäis. Mit 48 Kilometern Länge vom Norden nach Süden und einer Gesamtfläche von 302 qkm ist Karpathos nach Rhodos die zweitgrößte Insel der Dodekanes Inselgruppe. Allerdings ist die Insel an der engsten Stelle nur 3,5 km schmal. Diese schmale langgestreckte Insel wird vom Norden nach Süden von einem hohen Gebirgszug durchzogen, der das Bild der Insel bestimmt. Auch wenn die Entfernungen auf der Insel nicht sehr weit erscheinen, müssen bei Ausflügen aufgrund des Gebirges doch längere Fahrzeiten einkalkuliert werden.
Der äußerste Süden der Insel, in dem sich auch der Flughafen befindet, ist dagegen relativ flach und als Starkwindgebiet in der entsprechenden Szene als Surfparadies bekannt und beliebt.

Pigadia – Die Hauptstadt
Um eine schönen halbrunden Naturhafen hat sich die Inselhauptstadt entwickelt. Pigadia war noch im Mittelalter ein kleines Fischerdorf, dass insbesondere den Piraten als Umschlagplatz für den Sklavenhandel diente. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung drastisch ab. Viel Karpathioten wanderten in die USA und Kanada aus. Das Geld dieser Auswanderer, die teilweise später zurückkehrten, oder ihre Verwandten unterstützten bildete später die Grundlage für einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung auf der Insel. Heute bestimmen überwiegend Neubauten das Bild von Pigadia. Allerdings stört diese bauliche Entwicklung das Stadtbild kaum. Insbesondere am Hafen kann man in den Abendstunden, wenn der Verkehr hier ausgesperrt wird und sich das Hafenrund in eine Flaniermeile mit vielen Tavernen und Cafés verwandelt, diese Stadt und ihr mediterranes Lebensgefühl genießen. Pigadia verfügt über mehrere Hotels, die auch in deutschen Reisekatalogen zu finden sind. Allerdings gibt es keine überdimensionierten Großhotels. Dies tut auch der kilometerlangen Badebucht sehr gut, die sich direkt an die Stadt anschließt. Wollen sie dem Trubel entrinnen, dann laufen sie am Strand etwas weiter herunter und suchen sich ein ruhigeres Plätzchen.

Die Strände und Orte der Insel
Karpathos verfügt im Süden und der Inselmitte über ausgezeichnete Strände. Nur wenige Kilometer südlich von Pigadia finden sie die weißen Sandstrandbuchten von Amopi. Diese können sie von Pigadia mit dem Linienbus oder in einer kleinen Wanderung erreichen. Früher waren diese Buchten der Geheimtip der Karpathos-Freaks. Heute gibt es hier in der Nähe viele kleine Hotels und Apartments, so daß die Strände insbesondere in der Hauptsaison gut besucht sind. Südlich des Flughafens finden sie dagegen feinsandige Buchten in großer Zahl, die nur mit dem Fahrzeug über Staubstraßen oder als Wanderung zu erreichen sind. Hier können sie sich selbst im August noch ihre ganz private Bucht für sich allein aussuchen. Diese Buchten sind auch bei Freunden des hüllenlosen Badens sehr beliebt. An der Westküste ziehen sich mehrere Fischer- und Badeorte wie Arkassa, Finiki, und Lefkos hin, die alle ausgezeichnete Strände bieten. Da hier auch von verschiedenen Veranstaltern Quartiere angeboten werden, hat sich eine kleine touristische Szene entwickelt. Für einen ruhigeren Bade- und Wanderurlaub bieten sich diese Orte auch als Standquartier an. Nördlich von Pigadia lassen sich über Serpentinenstaubstraßen wunderschöne Buchten wie Kira Panagia erreichen. Diese Buchten bestehen überwiegend aus feinem Kies und sind als Ausflugsziel sehr lohnend, da sie wilden Schluchten mit einem atemberaubenden Lanschaftsbild liegen.

Olympos
Olympos ist eine kleine eigene Welt für sich. Dieser Ort gilt auch heute noch, als eines der Gemeinden in denen jahrhundertealte Traditionen auch heute noch gelebt werden. Der Ort ist entweder mit dem Schiff über seinen Hafen Diafani oder über eine beschwerlich zu befahrene Staubstraße vom Süden her zu erreichen. In Olympos geben die Frauen selbstbewußt den Ton an. Da die Männer früher als Arbeitsemigranten ins Ausland gingen, oder im Fischfang arbeiteten. Ist das Leben im Ort und in der Landwirtschaft Frauensache geworden. Stolz tragen die Frauen in Olympos auch im Alltag ihre viel fotografierten Trachten. Olympos sollte man sich möglichst in Ruhe und ohne Reisegruppe ansehen, dann können sie einen Eindruck vom ursprünglichen Leben in Griechenland bekommen.

 

Christian Schwarzenholz

 

Kos

 

Kos

 

KOS ist eine der wasserreichsten und grünsten Inseln des Dodekanes. Während die Nordküste relativ flach ist und gute Strände besitzt, steigen die Inselberge südöstlich der Hauptstadt KOS bis auf 846 m. Aber auch im Südwesten gibt es Berge bis 426 m.
KOS ist eine fruchtbare Insel mit Orangenbäumen, Olivenhainen, Zypressen, Pinien und vielen duftenden Kräutern.

Hippokrates, Sproß einer eingesessenen Arztfamilie aus KOS, gründete hier seine eigene Schule, mit der er die medizinische Wissenschaft in den Dienst der Menschheit stellte. Unter einer Platane, die heute noch steht (was sehr fraglich ist!!!), hat er seine Lehren verbreitet.

Meine Liebe zu Griechenland habe ich auf der Insel KOS entdeckt. In diesem Jahr hatte ich ein kleines Jubiläum zu feiern. Im Mai war ich zum fünften Mal dort, und immer im selben Hotel, dem Gaïa.

In familiärer Atmosphäre kann man dort den Alltagsstreß vergessen. Das Gaïa liegt etwas außerhalb von KOS- Stadt in Richtung Tigaki im Ortsteil Lambi. Die Transferzeit vom Flughafen liegt bei ca. 40 Minuten, so daß man nach einem 3 ½-Stunden-Flug relativ schnell im Hotel ankommt und der Urlaub beginnen kann.
Rings um das Gaïa hört man Hähne krähen und Entengeschnatter, da die Nachbargrundstücke von Einheimischen bewohnt und landwirtschaftlich genutzt werden. Von Diskotheken- oder Straßenlärm ist dort nichts zu hören.

Wer auf KOS Urlaub macht, sollte sich auf jeden Fall ein Zweirad mieten, ob motorisiert (Vorsaison: GDr 3.500 pro Tag für eine Vespa) oder nicht (Vorsaison: GDR 4.000 pro Woche für ein Fahrrad), bleibt jedem selbst überlassen.

Ich persönlich ziehe das Fahrrad vor. Es ist einfach schön, auf dem Weg zum Strand an den Feldern, auf denen die Bauern ihre Tomaten und Zucchinis hegen und pflegen, entlang zu radeln. Wenn man ihnen ein „Kalimera“ zuruft, winken sie erfreut zurück.
Für etwas größere Touren, bevorzuge aber auch ich eine Vespa. So ist es ohne große Mühe möglich, die ca. 40 km entfernte andere Inselseite von KOS zu erreichen. Mit kleinen Abstechern zu den schönen Stränden von Tigaki, Marmari und Mastichari kann man einen ganzen Tag damit verbringen, einen Teil der Insel zu erkunden.

Ausgerüstet mit einem guten Reiseführer (z.B. „Dodekanes“ vom Martin Velbinger Verlag) ist man auf organisierte Ausflüge mit dem Reiseveranstalter nicht angewiesen. Auch Tagestouren auf die Nachbarinseln lassen sich ohne Weiteres organisieren. Die Schiffspassage sollte allerdings nicht direkt am Hafen gebucht werden, sondern in den Büros der Reedereien in der Stadt, die leicht zu finden sind. Das ist auf jeden Fall kostengünstiger.

Wenn man dann abends nach einem ereignisreichen und interessanten Tag in das Gaïa zurückgekehrt ist und frisch geduscht und hungrig das leckere griechische Kalt/Warm-Buffet genießen kann, ist die Welt in Ordnung.

Ein Schlummertrunk (oder auch zwei oder drei) an der Hotelbar am Pool beendet einen wunderschönen Tag.

Für mich steht jedenfalls fest, daß dieser Urlaub nicht der letzte im Gaïa war.

 

Heike Prieß

 

Kreta

 

Kreta

 

25.02. – 11.03.2001

Allein schon der Flug von Hannover nach Heraklion hatte es in sich – umsteigen in Zürich, dann noch mal umsteigen in Athen, und prompt nicht mitbekommen, dass man in Athen auch noch zu einem Westterminal muss…nach diesem etwas umständlichen Flug (was will man machen, es war ja nun mal keine Saison) endlich Ankunft in Heraklion…endlich auf Kreta!!! Die nächsten 14 Tage wollten wir einiges von der Insel sehen und den Frühling genießen!

Wie bereits von vielen Freunden und Bekannten beschrieben, ist Heraklion nun keine wirklich schöne Stadt. Den ersten Abend haben wir uns jedoch ohnehin erst mal vom Flugstress erholt, und das mit 19 Grad doch recht milde Wetter entschädigte uns dafür, dass wir um 4 Uhr morgens bei minus 7 Grad und 10 cm Schnee in Bad Harzburg losgefahren waren.

Am ersten echten Kreta-Tag galt es natürlich erst mal, die Stadt zu erkunden, die mit ihrer Kathedrale, ihrer Einkaufsstraße und ihren Überresten venezianischer Kultur schon ihre Reize hat. Weiterhin stand dann der wahrscheinlich klassischste aller Besuchspunkte auf dem Programm: der Palast von Knossós. Und hier wurde es dann auch wirklich Frühling: am 26. Februar Mandelblüten, Lorbeer- und Olivenbäume zu sehen, während zur gleichen Zeit zu Hause Schnee lag, war etwas sehr Erhebendes und erschien fast noch aufregender als der Palast selbst.

Bereits in Heraklion jedoch, und das zog sich durch den ganzen Aufenthalt auf der Insel, zeigte sich die besondere Gastfreundschaft der Menschen. Wirklich wie im Reiseführer beschrieben, kommen völlig fremde Menschen in einem Hotel, in dem man sich nach einem Zimmer erkundigt, auf einen zu, fragen, woher man kommt, bieten Kaffee und Halvas an und plaudern, so dass man sich gleich freundlich aufgenommen fühlt. Bisher dachte ich stets, dass das etwas sei, was man im Reiseführer nur schreibt, um die Leute ins Land zu locken, aber diese Gastfreundlichkeit gibt es dort wirklich.

Mit dem Bus ging es weiter nach Ierápetra, wo wir ebenfalls freundlichst aufgenommen wurden (an dieser Stelle ganz lieben Dank an Lisa und Takis!). Wir haben diesen Ort sehr schnell lieben gelernt, nicht nur weil er das beste Klima der Insel haben soll, sondern weil es ein sehr schöner, ruhiger und im Winter auch sehr angenehmer Ort ist, an dem man sich gerne aufhält. Wirkliche Sehenswürdigkeiten hat Ierápetra eigentlich gar nicht zu bieten. Weniger touristisch- kulturelle Höhepunkte als vielmehr Strandwanderungen, das Genießen der Ende Februar bereits üppigen Pflanzenwelt und eine Wanderung zum nahegelegenen Stausee bestimmten daher hier unsere Tage. Und auch wenn das Meer noch zu kalt zum Baden war, so war es doch sehr schön, einfach dort zu sein und die Luft zu atmen und aufs Meer hinauszusehen.

Mit einem Mietwagen ging es dann weiter, zunächst durch die Messara-Hochebene nach Mátala. Das war ein Erlebnis der besonderen Art, denn man erlebt es nicht alle Tage, dass man in einem ausgesprochenen Touristenort der einzige Tourist ist! 98 Prozent der Häuser waren geschlossen, es hatten nur ein einziges Kafeneíon und zwei Restaurants geöffnet, und man wurde dadurch wiederum daran erinnert, dass man außerhalb der Saison reiste. Aber auch hier haben die netten Menschen und ein wunderschöner Sonnenuntergang für vieles entschädigt (auch für die kalte, stürmische Nacht, die wir dort verbrachten).

Die berühmten Höhlen von Mátala sind für meine Begriffe etwas nichtssagend, zumal man auch noch 500 Drs. Eintritt zahlt, selbst im Winter. Nirgendwo ist eine Erklärung zu finden, was es mit diesen Höhlen auf sich hat bzw. wann und wozu sie entstanden sind. Das Schild „römischer Friedhof“ hilft nicht wirklich weiter, da die Höhlen nicht als solcher zu erkennen sind. Insofern hätte es auch gereicht, sie von außerhalb der Umzäunung zu photographieren. Daher fiel es uns auch nicht so schwer, den Weg in Richtung Rethymnon fortzusetzen. Kurz hinter Mátala, bei den Ruinen von Kommo, bot sich uns allerdings ein phantastischer Anblick: das Meer, in greifbarer Nähe zu den 2500 Meter hohen Bergen des Hinterlandes! Dieses Bild verdeutlichte so intensiv die Vielfalt dieser Insel, dass wir den Anblick gern noch länger genossen hätten, aber dann machten wir uns doch lieber auf den Weg in die Berge.
Nach Stunden abenteuerlichster Straßen, mehrerer Ziegen- und Schafherden und einigen idyllischen Zwischenhalten z.B. in Agía Galini und Melambes erreichten wir Rethymnon.

Wenn man aus der relativen Ruhe des Südens nach Rethymnon kommt, ist die Lebhaftigkeit der Stadt doch schon fast beunruhigend. Besonders am Abend kann man sich am sehr romantischen venezianischen Hafen mitten ins „Gewühl“ stürzen oder von Bar zu Bar wandern. Und tagsüber hat man natürlich eine vielfältige Auswahl an Besichtigungsmöglichkeiten: die schöne, verwinkelte Altstadt, der malerische Arimondi-Brunnen, der Hafen mit seinem Leuchtturm und die imposante Festung mit der leerstehenden Moschee sind einfach sehenswert. Und auch das relativ nahegelegene Kloster Arkádi ist in jedem Fall einen Ausflug wert, da man hier recht viel über die türkische Besatzung und den Widerstand erfährt.

Ein Buchtipp für alle, die Rethymnon auch aus einer anderen Perspektive kennen lernen möchten: „Chronik einer Stadt“ von Pandelis Prevelakis erzählt von Aufstieg, Blüte und Fall Rethymnons und beschreibt ihren Flair und ihre Mentalität.

Nach zwei Tagen in Rethymnon setzten wir dann unseren Weg in Richtung Chaniá fort. Auch diese Stadt hat ein sehr eindrucksvolles Flair, macht aber gleichwohl noch einen „jugendlicheren“ Eindruck, und durch den großen Militärstützpunkt ist auch eine ausgeprägtere Internationalität zu spüren. Das heißt allerdings auch, das die ganze Stadt zu diesem Zeitpunkt voller amerikanischer Soldaten war, was bei den Griechen nicht nur Gegenliebe hervorruft.

Auch hier stellt natürlich neben der pittoresken Altstadt sowie zahlreichen anderen Bauwerken aus der venezianischen und türkischen Zeit der Hafen die zentrale Sehenswürdigkeit dar. An diesem tummeln sich am Abend denn auch die Touristen, die in Chaniá auch um diese Jahreszeit schon recht zahlreich sind. Davon abgesehen bietet Chaniá natürlich auch für die Einheimischen ein umfangreiches Nachtleben, welches sich aber anscheinend etwas abseits des Hafens abspielt und wo man als Tourist wiederum auffällt.
Einen besonderen Höhepunkt unseres Aufenthaltes stellte allerdings ein Abendessen mit Lydia Katzivelas dar, durch die wir typisch kretische Gerichte kennen lernen konnten. Und obwohl wir zunächst für Amerikaner gehalten wurden (zumal das ganze Lokal mit Amerikanern besetzt war), wurden wir nach den ersten griechischen Wörtern besonders freundlich aufgenommen.

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg, die Halbinsel Akrotíri nordöstlich von Chaniá ein wenig zu erkunden. Auf Empfehlung von Lydia fuhren wir zum Kloster Gouvernéto, welches prompt für Besucher geschlossen war, machten uns aber dann von dort aus auf die Wanderung zur Höhlenkirche Iero Spiléo, und von dort aus weiter zum verlassenen Kloster Katholikó. Diese Wanderung war wirklich eine Erbauung, da man sich scheinbar endlos zunächst bergab (und auf dem Rückweg natürlich bergauf) durch eine wunderschöne, leise Landschaft bewegt, in der es nach Oregano und anderen Kräutern riecht, wo überall in den kleinen Schluchten Ziegenglocken bimmeln und in der Ferne das Meer leuchtet. Am Kloster Katholikó, das seit langem verlassen und praktisch eine Ruine ist, kann man dann vor allem Stille genießen, in der Sonne sitzen und sich fragen, warum Menschen eine solche Einsamkeit wählen. Aber eigentlich sollte es gar keine philosophische Wanderung werden…Dieser Ausflug ist bei schönem Wetter absolut zu empfehlen, allerdings sollte man sich etwas zu trinken mitnehmen!

Tags darauf machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück nach Ierápetra. Irgendwie hatte es uns dieser Ort ja nun angetan, und deswegen verbrachten wir die letzten 3 erholsamen Tage dann dort. Wir hatten eine phantastische Gastgeberin (im Gästebuch findet ihr den entsprechenden Link zur Homepage), und der Abschied fiel uns schon nahezu schwer, als wir am 10. März wieder nach Heraklion fuhren. Nachdem wir dann am nächsten Morgen den Flug nach Athen erfolgreich hinter uns gebracht hatten, mussten wir allerdings noch 5 ½ Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug nach Zürich überbrücken. Diese Zeit haben wir dann genutzt, um mit dem Bus und danach mit dem neuesten Wunder griechischer Technik, nämlich der Athener U-Bahn (Metró), zur Akropolis zu fahren!

Da bis zum 31.03. der Eintritt dort frei war, waren wohl noch einige andere Touristen (sogar aus Bayern) auf dieselbe Idee gekommen. Es war aber trotzdem sehr eindrucksvoll, auf solch alten Wegen zu wandeln.

Unser Urlaub endete dann am Abend des 11. März mit der Ankunft im kalten Hannover, aber es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass wir Kreta besucht haben!!!

 

Dietrich Habeck / Christian Hauf

 

Kreta

 

Kreta

 

Noch ein Reisebericht über Kreta. Trotzdem ist es mir Bedürfnis davon zu berichten. Es ist mir noch nie so viel Gastfreundschaft entgegengeschlagen wie auf Kreta. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, wie viel Raki ich den fünf Tagen getrunken habe, den man übrigens wegen seiner vielen Umdrehungen auch gut zum Grillanzünden verwenden kann.

Fünf Tage sind natürlich viel zu kurz, um die gesamte Insel zu erkunden, deshalb haben wir uns auf Zentralkreta konzentriert. Zwei Tage am Strand von Lendas ganz im Süden von Kreta dienten zum anfänglichen Erholen. In Lendas fühlt man sich in die Zeit der 68er zurückversetzt, wenn man sich die nicht mehr ganz so jungen Männern betrachtet, die auch gut die Hauptrolle in einem Monumentalfilm über die Leiden Christi besetzen könnten. Einer erschreckte mich gleich am ersten Morgen, als er aus seiner Basthütte ans Tageslicht „gekrochen“ kam, obwohl wir felsenfest davon überzeugt waren, daß dort kein menschliches Wesen hausen könnte. Sicher nichts für jedermann, die Ruhe und relative Einsamkeit in der schroffen Gegend von Lendas ist jedoch sehr reizvoll.

Nun verließen wir den Süden und mit einem kleinen Schlenker über die kleine Hafenstadt Agia Galini fuhren wir durch idyllische Bergdörfer – wie zum Beispiel Melambes – und durch rauhe Berglandschaften mit ständig wechselnder Vegetation nach Rethymnon.
Nach der Einsamkeit von Lendas und den Bergen erschlagen einen die Touristenmassen etwas. In dem kleinen, aber sehr geschmackvoll eingerichteten Hotel Vecchio konnte man den Trubel jedoch hinter sich lassen. Die Bauart und Einrichtung des Hotels erinnerte fast an eine Villa in der Toskana: Atrium mit Swimmingpool, kleine Arkaden und Nischen in den Zimmern und eine Halle unter freiem Himmel beeindruckten uns sehr. Es lohnt sich dort abzusteigen, und mit 80,- DM für das DZ in der Vorsaison ist es deutlich günstiger als man auf den ersten Blick erwartet.
Die Innenstadt von Rethymnon und die Hafengegend sind sehr romantisch, jedoch haben das auch schon viele andere Menschen entdeckt.
Am nächsten Tag wollten wir Ruhe haben und eine der vermeintlich einsameren Höhlen erkunden, die unser Reiseführer auswies. Angeblich sollte man den Schlüssel zur Höhle vom Bürgermeister des kleinen Dorfes Zoniana bekommen. Das klang spannend, aber in den fünf Jahren, die seit der Veröffentlichung vergangen waren, hatten die Einwohner von Zoniana entdeckt, daß man aus der Höhle Kapital schlagen und Arbeitsplätze schaffen könne. Wir waren ziemlich enttäuscht, als wir die Reisebusse auf dem Parkplatz sahen. Wir hatten jedoch Glück im Unglück, da diese bereits die Höhle besucht hatten und am Abfahren waren. Also marschierten wir nur noch mit zwei Holländern und dem jungen griechischen Führer durch die Höhle. Dieser hatte wahrlich den Schalk im Nacken und entschädigte mit seiner fröhlichen Art etwas für die spärliche Führung. Wir wären gerne alleine und viel tiefer in die Höhle eingedrungen, um die Magie dieser Welt der Stalagmiten und Stalaktiten zu erfahren.

Schön war es hinterher jedoch auch auf der fast völlig einsamen Dachterrasse des Restaurants zu sitzen, über die Berge zu blicken, die Kühle der Berge während der Mittagszeit zu genießen und die einheimischen Köstlichkeiten wie selbstgemachten Wein und Käse zu verspeisen. Weiter ging es über Anogia, wo die Deutschen während des zweiten Weltkrieges ein Blutbad angerichtet hatten, in die Berge. Völlig unerwartet trafen wir auf eine Statue, die aussah wie ein Mensch mit einem kleinen Bären, der als Wegweiser diente. Wir wußten zwar nicht, wohin der Schotterweg uns führen würde, stellten jedoch fest, daß es dort Reifenspuren gab. Also los! Nach einiger Fahrt, auf der uns ein paar Autos entgegenkamen, kamen wir an eine terrassenartige Anlage mit einer Kirche, die aus Steinen aus der Umgebung erbaut war. Sie ist genauso gebaut wie die Hütten der Schafhirten in der Gegend und es wurde dabei kein Mörtel verwendet. Ein älterer Mann schloß uns wortlos mit einem riesigen Schlüssel auf. Die Kirche ist ganz schlicht und in der Decke des Rundbaus ist Glas eingelassen. Selten war ich von einem Gotteshaus so ergriffen. Am Abend in Anogia erfuhren wir dann von den Einheimischen, daß es sich um die Kirche der Verliebten handelt, des Hl. Iakinthos. Sie steht erst seit zwei Jahren und am 4. Juli wird dort ein Fest mit verschiedenen Musikern stattfinden.

Jetzt wird es aber Zeit, endlich auf die Kretaner zu sprechen zu kommen.

Am Anfang hat man den Eindruck, daß die schwarz gekleideten, stolz wirkenden und finster dreinblickenden Männer eher unnahbar sind, aber das legt sich schnell und bald kommen auch die sehr zurückhaltend wirkenden Frauen näher und man kommt ins Gespräch. Am meisten hat mich das Gespräch mit dem Ehepaar beeindruckt, das am Marktplatz eine kleine Taverne führt. Sie erzählten uns vom Krieg und als die Frau, die selbst einen Bruder verloren hatte, ihre eigene Ergriffenheit schilderte, als sie den Soldatenfriedhof in Chania besuchte, wo auch 1800 Deutsche begraben liegen, mußte ich ganz schön mit den Tränen kämpfen. Diese jungen Burschen hätten doch auch nichts dafür gekonnt und seien genauso gestorben. Krieg sei immer schrecklich.

Am nächsten Abend übernachteten wir in Kastelli auf dem Weg in die Lassithi Hochebene. Lieber hätten wir in einem kleineren Örtchen übernachtet, da uns Kastelli nicht sonderlich gefiel, aber wieder einmal landeten wir einen Volltreffer mit dem Hotel Kalliopi. Es war nicht nur das Hotel an sich, sondern vielmehr erneut die Gastfreundschaft des Besitzers, der uns zu seinem eigenen Wein mit ein paar Mezedes einlud und uns viel von kretanischem Olivenöl und Wein zu berichten wußte. Eine sehr empfehlenswerte Adresse, um von dort aus Ausflüge in die Umgegend zu starten und abends in eine familiäre Atmosphäre zurückzukehren.

Die Kretaner sind wirklich ein beeindruckendes Volk mit ihrer augenscheinlichen Unnahbarkeit, die sich in eine maßlose Gastfreundschaft umkehrt. Es passierte uns ständig, daß man uns Raki, Wein und Käse anbot. Eine ältere Dame überschüttete uns mit Walnüssen und überall begleiteten uns gute Wünsche. Dabei war es gänzlich unabhängig vom Alter. Für mich steht fest, daß das sicherlich nicht mein letzter Besuch auf Kreta gewesen ist, wo mich neben der Gastfreundschaft vor allem die beeindruckende Bergwelt in ihren Bann gezogen hat.

 

Athanassia Moudiou

 

Landweg nach Griechenland

 

Landweg nach Griechenland

 

Folgender Hinweis erreichte uns von Helmut Büch. Vielen Dank dafür!

Landweg nach Griechenland:

Wir sind im April 2008 mit Auto und Zeltklappanhänger über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Makedonien hingefahren und über Bulgarien, Serbien, Ungarn, Österreich zurück: keine Probleme und insgesamt 150 € billiger als mit der Fähre (ist auch autoabhängig). Man sieht auch mehr, muss allerdings auf das “Kreuzfahrt-Feeling” verzichten.