Reisebericht Santorin

 

Reisebericht Santorin

 

Und wieder mal Santorin… wird der eine oder andere denken. Für mich allerdings war es das erste Mal, dass ich dieser Insel einen Besuch abgestattet habe. Lange Jahre habe ich immer wieder gesagt, dass ich dort hin möchte, aber leider hatte es bisher nicht geklappt. Auch diesmal sah es erst nicht so aus, aber das Schicksal wollte es nun endlich, dass meine Füße Santorin betreten. Es war im Oktober letzten Jahres, einer der letzten Charterflüge, der uns von München nach Santorin brachte und schon der erste Eindruck aus dem Flugzeug war unglaublich.

Natürlich habe ich schon tausende von Postkarten dieser Insel gesehen und im Prinzip gewusst, wie es hier aussieht, aber es mit eigenen Augen zu sehen, war etwas ganz anderes. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel war zwar eher ernüchternd, denn es war eine karge trockene Landschaft, durch die wir fuhren. Das Hotel dagegen entschädigte gleich wieder. Wir waren im Hotel Zephyros in Kamari untergebracht und wir alle haben uns dort sehr wohl gefühlt. Es ist ein Hotel im Familienbetrieb in inseltypischer Bauweise und mit entsprechender Einrichtung der Zimmer. Unsere Zimmer hatten direkten Blick auf den Swimmingpool und auf der anderen Seite in der ersten Etage sogar auf das Meer, über dem wir am nächsten Morgen einen wunderbaren Sonnenaufgang erlebten. Kamari selbst war in der Nachsaison sehr ruhig. Viele Geschäfte hatten entweder schon geschlossen oder waren dabei zu schließen. Wir bekamen aber trotzdem zwei fahrbare Untersätze, um uns auf der Insel frei bewegen zu können und an zwei Abenden haben wir in einer typischen griechischen Taverne gutes griechisches Essen bekommen, das überhaupt nichts mit Touristennepp zu tun hatte. In griechischer Art und Weise wurden wir wurden vom Wirt zu einer Flasche Retsina oder köstlichen Loukoumades eingeladen.

Wir haben gerne am Strand von Blichada im Süden von Santorin gebadet, da man dort meist etwas windgeschützt liegt und es ein Bimssteinstrand ist, an dem man nicht so „paniert“ wird wie an manch anderem Strand. Ganz in der Nähe liegt auch Perissa, ein netter kleiner Fischerort.
Nicht verpassen sollte man abends natürlich den Sonnenuntergang an der Caldera, wobei es relativ unerheblich ist, wo man sich befindet. Besonders schön, soll er nach allgemeiner Meinung in Oia sein, aber wir haben einen Insider-Tipp von meiner Cousine bekommen, die seit gut einem Jahr auf Santorin lebt: in Imerovigli an einer kleinen Kirche, die direkt an der Caldera liegt hat man wirklich einen phantastischen und recht einsamen Blick auf die Caldera und die Sonne.

Schön, ist selbstverständlich auch Thira (oder Fira), wo man als Shoppinghungriger richtig auf seine Kosten kommt und in der Nachsaison locken die Händler mit hohen Prozenten. Trotzdem ist Santorin im Durchschnitt natürlich teurer als andere griechische Feriengebiete. Beim Frappé oder einem Cappucino freddo (neuestes Kultgetränk der Griechen) mit Blick auf die Caldera muss man einen lockeren Geldbeutel haben. Uns kam dabei zugute, dass der Besitzer des Cafe Classico uns inzwischen kannte und wir auch die „Einheimischen-Preise“ bekamen. Das Cafe ist übrigens sehr zu empfehlen!!

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen mit dem Boot zum Vulkan rüber zu schippern. Als ich endlich mit hängender Zunge oben angekommen war, wusste ich warum es kaum Fotos von dem Krater gibt: es ist eher enttäuschend was man sieht. Ich hatte zumindest Rauchschwaden und einen eindeutigen Geruch nach Schwefel erwartet. Stattdessen erwartete mich lediglich eine tiefe Kuhle. Und der Geruch nach Schwefel war auch eher nur zu erahnen. Allerdings lohnen sich die Überfahrt und der anstrengende Aufstieg in ganz anderer Hinsicht, denn man hat einen wunderbaren Blick auf die Hauptinsel und auf Thirassia. Und für mich, die ich das Wasser liebe und gar nicht genug von den Wellenbewegungen bekommen kann, war die Schiffsüberfahrt ein weiteres Vergnügen.

Auch in die Berge sind wir gefahren und es war im Oktober denn doch arg kalt auf dem Motorrad, so dass es uns nur bis nach Pirgos gezogen hat. Aber der Besuch der kleinen Stadt lohnt sich. Die Kirche ist sehr schön und überhaupt ist es ein recht betuliches Leben dort. Wir haben dann auf dem Marktplatz neben den Einheimischen unseren „elliniko kafe“ (griechischer Kaffee) und bekamen dort auch ein Glas Wasser dazu, was auf der restlichen Insel nicht selbstverständlich war. Schade, dass das sonst nicht selbstverständlich war. Gerade mich als Griechin trifft es besonders, wenn die ursprüngliche Art der Griechen allmählich verloren geht. Die Gastfreundschaft der Griechen weicht in vielen touristischen Gebieten leider der Profitgier. Auf solchen Inseln wie Santorin ist es natürlich besonders extrem. Auch auf die Kinder der Insel wirkt sich das „große Geld“ aus. Meine Cousine, die als Lehrerin auf der Insel arbeitet, erzählte mir davon, dass die Grundschüler bereits mit großen Scheinen in die Schule kommen, da ihre Väter Besitzer von großen Hotels sind. Aber das ist bestimmt nicht nur in Griechenland so.

Der Besuch der Stadt Oia im Norden von Santorin war natürlich eines der Highlights. Und wer den Trubel, die Massen und die Hitze dort im Hochsommer kennt, der würde sich wundern, wie schön Oia in der Nachsaison ist. Man kann die Sonne genießen, kann wirklich die schönen Häuser und engen Gassen wirklich betrachten und auf sich wirken lassen, ohne dass ständig Massen von Menschen den Blick versperren.

Um diese Insel zu erleben, sollte man sich auf jeden Fall motorisieren.

An diesem Tag entstanden dann auch die meisten der Fotos der insgesamt 10 Filme, die ich in einer Woche verschossen habe. Santorin ist einfach eine Insel, wo man Seele und Auge füllen kann.

 

Athanassia Moudiou

 

Reisen nach Nordost-Griechenland

 

Reisen nach Nordost-Griechenland

 

Nur wenige Griechenland-Reisende kennen den Nordosten des Landes, liegt er doch abseits von den üblichen Reiserouten und fehlen weitgehend bedeutende antike Rui-nenstätten – sieht man von Philippi und Samothraki ab – ,attraktive Strände und die typische mediterrane Vegetation, also die Dinge, die für Griechenland so „typisch“ erscheinen.

Die Attraktionen des Gebietes liegen v.a. in seiner in größeren Teilen recht intakten Naturlandschaft und einer Kulturlandschaft, die noch Züge des Osmanischen Reiches trägt.

Die Überschneidung dreier klimatischer und biogeographischer Großregionen, der atlantisch- mitteleuropäi-schen, der asiatisch-kontinentalen und der mediterranen, so-wie morphologische Vielfalt auf engem Raum bedingen einen ungewöhnlichen Reichtum an Tier und Pflanzenarten, von denen viele in Europa selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Abseitslage, schlechte Verkehrserschließung und wirtschaftliche Unterentwicklung führten dazu, dass sie sich hier noch erhalten konnten. Siedlung, Wegebau, Ansiedlung von Gewerbe außerhalb der ausgewiesenen Industrieparks, Intensivierung der Landwirtschaft, Ausweitung der Anbauflächen in Feuchtgebiete, Jagd und anderes gefährden allerdings auch hier den natürlichen Reichtum.
Rückgrat Nordost-Griechenlands (es entspricht der griechischen Region Ostmakedo-nien- Thrakien) bilden die bis etwa 2000 m hohen Rhodopen, deren Hauptkamm die bulgarisch- griechische Grenze folgt. Ihnen vorgelagert sind das mächtige Kalkmassiv des über 2200 m. hohen Falakron und das durch das Becken von Drama von ihm ge-trennten Pangäon. Früher Weidegebiete der Sarakatsanen, ist die Weidenutzung in dem makedonischen Teil der Rhodopen heute weitgehend aufgegeben und die früher offenen Teile werden wieder bewaldet.

In größerer Höhe trifft man hier auf Fichten und Birken, Bär, und Auerhuhn, Vorpo-sten borealer Pflanzen- und Tierwelt. Unwegsamkeit ließ im zentralen Teil Urwald bestehen, der einzige Urwald im südlichen Europa. Balkankriege, der Bevölkerungs-austausch im Gefolge der „kleinasiatischen Katastrophe“ und in den letzten Jahr-zehnten die Attraktion der Küstenstädte führten dazu, dass die makedonischen Teile der Rhodopen heute weitgehend verlassen sind. Viele Dorfwüstungen mit z.T. beein-druckenden Ruinenfeldern, alte Bogenbrücken, Ackerterrassen und verwilderte Obst-bäume zeugen von der einstigen dichten Besiedlung. Während der makedonische Teil der Rhodopen weitgehend verlassen ist, ist der thrakische Teil Siedlungsgebiet der Pomaken, einer bulgarisch-sprachigen Volksgruppe, die vermutlich im 16./17. Jh. islamisiert wurde. Dichte Haufendörfer und Weiler und mit Orienttabak bepflanzte, die Hänge hinaufziehende terrassierte Felder prägen das Bild ihrer Kulturlandschaft.
Das hügelige Gebirgsvorland ist dicht besiedelt. Hier liegen die Städte Xanthi, Ko-motini und Drama und die für die Entwicklung der Region so wichtigen Industrie-parks; hier verlaufen die Hauptverkehrsadern: die noch zur osmanischen Zeit gebaute einspurige Eisenbahn von Thessaloniki nach Istanbul und die E 90, die derzeit mit EU-Mitteln zur Schnellstraße ausgebaut wird.
An das Gebirgsvorland schließt sich ein Küstentiefland mit Salzwiesen, Tamarisken- gebüschen, Dünen, Lagu-nen und Strandseen entlang der Küste an. Bedeutendste unter ihnen sind die Lagunen von Porto Lagos und der Vistonissee. Sie stellen ein-zigartige Feuchtgebiete dar, wo man Pelikane, Flamingos und den in Europa nur hier vorkommenden Spornkiebitz beobachten kann. Sie sind Teile eines noch nicht end-gültig gesicherten Nationalparkes.

Herzstück der Feuchtgebiete ist das Delta des Nestos, in dem sich Reste der bis zum zweiten Weltkrieg große Teile des Deltas einnehmenden Auewälder erhielten. Mit ihren vielen Lianen wirken sie – insbesondere im Frühjahr, wenn sie vom Gesang tausender Vögel erfüllt sind – tropisch.

In einer spektakulären Schlucht, die man im Spätsommer bei Niedrigwasser im Flussbett gehend durchwandern kann (eine Straße führt nicht durch die Schlucht, ein Fußsteig begleitet sie nur für ein kurzes Stück) durchbricht der Nestos die randlichen Rhodopen, bevor er in das Tiefland eintritt. Er bildet die alte Grenze zu Thrakien. Überquert man ihn heute von Westen kommend, so fällt einem sofort die vollkom-men andere Kulturlandschaft auf. Dichte, von Minaretts überragte Haufendörfer mit Höfen, die von weiß gekalkten Mauern gegen die Straße abgeschlossen sind, Frauen mit Kopftuch und Männer mit Fez sind prägende Elemente der Kulturlandschaft. Hier blieb die muslimische Bevölkerung vom Austausch 1923 ausgeschlossen, erhielt sich – wenn auch durch die Ansiedlung von griechischen Flüchtlingen v.a. aus Ostthra-kien verändert – die für das Osmanische Reiche so charakteristische ethnische Viel-falt Hier begegnen sich sichtbar Orient und Okzident und verleihen der Region ihr spezifisches Kolorit. Die Städte Xanthi und Komotini mit ihrem großen muslimi-schen Bevölkerungsanteil und ihren Moscheen geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was den weiter nach Osten Reisenden in Edirne (Adrianopel) oder gar Istan-bul (Konstantinopel) jenseits der nicht mehr weiten türkischen Grenze an – weit großartigerer – muslimischer Kultur erwartet.

Der Tourismus in der Region ist insgesamt noch gering und konzentriert sich auf die Inseln Thasos und Samothraki. Im Juli und August machen allerdings viele Griechen aus dem Binnenland Ferien am Meer.

Als Ausgangspunkt für eine Reise in den Nordosten Griechenlands bietet sich Kavala an, das man von Deutschland aus anfliegen kann. Man reist am bequemsten mit dem eigenen Auto (Mietauto), kann aber fast alle Ziele auch mit öffentlichen Verkehrs-mitteln, nötigenfalls auch per Taxi, das in Griechenland immer noch sehr billig ist, erreichen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in allen Städten und den Küstenorten Keramoti, von wo die Fähren zur Insel Thasos gehen, und Fanari bei Porto Lagos. Beide Orte besitzen auch gute Badestrände, die sonst in der Region eher selten sind. In den Restaurants gibt es fangfrische Meeresfrüchte. Insgesamt ist die Küche in Ostmakedonien u. Thrakien noch recht typisch griechisch-balkanisch, das Preisni-veau günstig.

Einführende Lektüre in die Region: H. Jerrentrup und J.Resch: Der Nestos, Leben zwischen Fluß und Meer, Verlag J.Resch (ISBN 3-9801641-2-8).

Einführung in die Landeskunde Griechenlands: C. Lienau: Griechenland – Geographie eines Staates der europäischen Südperipherie, Wiss. Buchges. Darmstadt 1989 (vergriffen, Restexemplare noch für Euro 15,- beim Autor).

 

Cay Lienau, Münster

 

Rhodos

 

Rhodos

 

– Wohnen in der Altstadt –

Die Insel Rhodos ist für Griechenlandreisende kein unbeschriebenes Blatt. Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist Rhodos eines der Hauptreiseziele Griechenlands. Alle großen Reiseveranstalter haben Rhodos in ihrem Programm. Mit großen Hotelkomplexen in Badeorten wie Faliraki etwas 12 Kilometer südlich der Stadt Rhodos sind hier Hoteltrabantenstädte entstanden, in denen die meisten Touristen auf Rhodos untergebracht sind. Wer internationale Hotels dieser Art mag, ist hier sicherlich gut untergebracht. Aber der besondere Reiz der Insel Rhodos, die einmalige Mischung verschiedener Kulturen aus mehr als viertausendjähriger Besiedlung, läßt sich in Orten wie Faliraki kaum wirklich verspüren. Rhodos hat mehr zu bieten als schöne Strände. Um diese Schönheiten zu entdecken lohnt es sich von den üblichen touristischen Pfaden abzuweichen.
Hier unser Rhodos Tip: Verbringen Sie Ihren Urlaub in der unvergleichlichen Altstadt von Rhodos. Die mittelalterliche Altstadt von Rhodos, mit Ihrer vollständig erhaltenen 4 Kilometer langen Stadtmauer, mit der Ritterstraße, dem Großmeisterpalast, den malerischen Kirchen und Moscheen, dem türkischen Bad, den malerischen Gassen und unzähligen versteckten Tavernen bietet einen malerischen und erlebnisreichen Aufenthalt. In der Altstadt ist der Autoverkehr fast vollständig ausgesperrt. So daß außerhalb der von den Touristen bevölkerten Hauptstraßen, die zugleich Fußgängerzonen sind, eine unerwartete Ruhe herrscht.

Zwischenzeitlich sind hier in vielen umgebauten unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden kleine Hotels und Pensionen entstanden, in denen man mitten in der historischen Umgebung aber zugleich modern und komfortabel wohnt.

Am Rande der Altstadt direkt an der Stadtmauer liegt unser Tip: das Hotel Cava d’Oro. Ein deutschgriechisches Ehepaar hat hier ein fünfhundert Jahre altes Gebäude umgebaut und vermietet in ihrem kleinen aber feinen Hotel 13 Zimmer. Je nach Saison kosten diese Zimmer für zwei Personen ca. 50 – 70 DM pro Übernachtung inklusive Frühstück. Sie wohnen hier sehr ruhig und ungestört vom sonstigen Trubel der Stadt Rhodos. Das Frühstück wird auf der romantischen Terrasse direkt an der Stadtmauer eingenommen. Beim Frühstück (nicht spartanisch oder continentel) ist der deutsche Einfluß erfreulicherweise erhalten geblieben.

Wenn Sie hier wohnen, können Sie tagsüber mit den guten Busverbindungen auf der Insel zum Baden, Wanderungen oder Besichtigungen fahren, oder auch die relativ preiswerten Mietwagen nutzen, um die Insel zu erforschen. Abends aber sind sie in der Altstadt am besten aufgehoben. Viele romantische Tavernen in den verstecktesten Winkeln locken mit leckeren Spezialitäten. Und die Spaziergänge durch die Altstadt in der Abenddämmerung bieten unvergeßliche Eindrücke.

Für Flüge nach Rhodos gibt es eine sehr große Auswahl insbesondere von Charterflügen. Es gibt auch hier große Preisunterschiede bei den verschiedenen Anbietern.

Unser Tip: fragen Sie im Reisebüro Tatsios, Pfälzer Straße 60, 38112 Braunschweig, Tel. 0531/2312060-61 nach den besten Verbindungen. Tatsios hilft Ihnen gern weiter.

Wenn Sie im Hotel Cava d’Oro auf Rhodos wohnen wollen, können sie Ihr Zimmer direkt bei Familie Maurakis in Rhodos bestellen.

Hier die Anschrift: Hotel Cava d’Oro

Kistiniou Street 15
GR – 85100 Rhodos

Telefon 0030/241-36980 oder 25537

Telefax 0030/241-23991 oder 77332 oder 36980

 

Christian Schwarzenholz

 

Santorin

 

Santorin

 

– Leben mit dem Vulkan –

Santorin (auch Thira oder Fira genannt) gehört zur Inselgruppe der Kykladen, die durch die typischen weißen kubischen Häuser nicht nur Griechenlandreisenden bekannt ist. Unter den vielfältigen Inseln dieser Inselgruppe ist Santorin sicherlich die ungewöhnlichste.
Das was wir heute als Santorin kennen, ist eigentlich nur ein kleiner Rest einer einst viel größeren Insel, die bereits vor ca. 3.500 Jahren in einer gewaltigen Vulkanexplosion zerstört wurde. Santorin besteht heute aus zwei Sichelförmigen Inseln, einem weiteren Inselrest und zwei vulkanischen Schlackehaufen – Nea Kameni und Palea Kameni. Diese beiden kleinen Vulkaninseln liegen mitten im Meer – in der Caldera – dort wo einst der Inselmittelpunkt mit dem Vulkanberg war.

Heute ist Santorin überall mit meterhohen Bimssteinschichten überzogen, die das landschaftliche Bild der Insel prägen. An jeder Stelle der Insel ist zu spüren, daß auf dieser Insel alles mit und teilweise auch vom Vulkan lebt. Die Landwirtschaft, der Weinanbau und auch der Tourismus sind vom Vulkan geprägt und die vulkanischen Einflüsse werden bei einem Ausflug zu den Vulkaninselchen besonders deutlich. Hier steigen an vielen Stellen die Schwefelschwaden auf, wenn man an der Bodenoberfläche herumkratzt und der heiße Untergrund macht deutlich, daß hier eine direkte Verbindung zum Erdinneren besteht.

In Santorin bieten sich vielfältige Möglichkeiten um auch als Tourist in diese Besonderheiten der Insel einzutauchen. Im wahrsten Sinne des Wortes bieten die überwiegend dunklen Vulkansandstrände gute Gelegenheiten zum Schwimmen und Tauchen. Liebhaber von Wanderungen bieten sich auf Santorin dazu vielfältige Möglichkeiten an. Die Liebhaber antiker Ausgrabungsgelände kommen in der antiken Stadt Thira und im minoischen Akrotiri voll auf ihre Kosten. Bootsausflüge zu den Vulkaninseln und der gegenüberliegenden Sichelinsel Thirassia können mit dem Bad in heißen Schwefelquellen verbunden werden.

Aber auch als Ausgangspunkt für Ausflüge zu Nachbarinseln ist Santorin gut geeignet. So läßt sich z.B. mit Linienschiffen bequem die nur etwa eine Stunde entfernte Insel IOS in einem Tagesausflug besuchen.

Anders als Mykonos ist Santorin bis auf relativ wenige Ausnahmen noch nicht überteuert. In den Badeorten Perissa und Kamari bieten viele Restaurants ausgezeichnete griechische Küche zu relativ günstigen Preisen. Aber auch in der Stadt Thira liegen die Preise überwiegend im normalen Bereich.

Santorin ist meine Empfehlung nicht nur für Griechenlandfreaks – sondern auch für alle die erstmalig die griechische Inselwelt bereisen.

Thira – die Hauptstadt am „Abgrund“.
Thira – die Hauptstadt der Insel – zieht sich atemberaubend an der Abbruchkante entlang. Der besondere Eindruck dieser Stadt, wird vor allem von den atemberaubend an den Hang gebauten weißen und weiß blauen Häusern geprägt. Es erscheint teilweise kaum mit den Gesetzen der Schwerkraft vereinbar, daß diese Häuser nicht jeden Augenblick in die Tiefe rutschen. An ihrer höchsten Stelle in Imerovigli einem Dorf, das eine Verlängerung der Hauptstadt am Kraterrand ist, steigt die Abbruchkante 300 Meter aus dem Kratersee auf. In vielen Cafés und Tavernen gibt es in Thira die Möglichkeit, den Sonnenuntergang bei im Hintergrund laufender sphärischer Musik und leckerem Wein und guten Essen über dem Vulkansee zu genießen. Jetzt verstehen auch die griechenlanderfahrenen Besucher, warum Santorin als derartig unvergleichlich empfunden wird. Aber auch sportliche Geister können hier auf ihre Kosten kommen. Über 587 Stufen kann man von der Stadt auf einer Serpentinentreppe den alten Hafen der Stadt erreichen. Wem dieser Kraftakt vor allem bergauf zu anstrengend ist, dem sei das beliebteste Transportmittel der täglich hier anlandenden Touristen von den Kreuzfahrtschiffen empfohlen werden, die Esel und Mulis. Es ist schon ein skurriles Erlebnis auf dem Eselsrücken den Berg hinauf geschaukelt zu werden. Für Technikfreaks bietet sich eine Kabinenbahn an, mit der man in wenigen Minuten oben ankommt. Während die zahlreichen Kreuzfahrttouristen abends längst aus der Stadt wieder verschwunden sind, verjüngt sich das Bild Thiras am Abend deutlich. Viele junge Menschen aller Nationalitäten treffen sich in den vielen Cafés und Musikkneipen. Die Stadt ist jetzt quirlig und unkompliziert fröhlich. In den vielen Geschäften entlang der nicht befahrbaren Straßen der Stadt werben bis in den späten Abend um Kunden und Wohlgerüche aller Art beweisen, daß auch in einer touristischen Hochburg griechisches Essen ausgesprochen lecker zubereitet werden kann. Viele Tavernen locken dabei auch – aufgrund der großen Konkurrenz untereinander – mit durchaus zivilen Preisen.

 

Christian Schwarzenholz

 

Syros

 

Syros

 

– Die Königin der Ägäis –

Stolz und voller Überzeugung hat die von Syros stammende und in Athen lebende Archäologin, Antouanetta Kallegia-Gad, ihr Buch über ihre Heimatinsel mit diesem Titel überschrieben. Und sie leitet das erste Kapitel ihres Buches wie folgt ein:
„Wenn der Besucher mit dem Schiff in den Hafen einläuft stellt sich ihm die Stadt Syros als eine Zwillingsstadt dar, die sich zum einen entlang der Küste ausdehnt, zum anderen die Hänge zweier Hügel hinaufsteigt. Am Tage ins Licht der Sonne getaucht und in der Nacht von tausenden Lichtern erhellt, blicken Ermoupolis und Anso Syros auf eine lange Geschichte zurück, und das bekannte Lied von Markos Vamvakaris macht sie zum Stolz aller: zwei tatsächliche Königinnen der Ägäis…“

Und tatsächlich ist in der Regel dieser Blick auf die Doppelhauptstadt der zentralkykladischen Insel Syros der erste Eindruck der sich anreisenden Besuchern stellt. Der Hafen von Syros, nur wenige Fährstunden von Piräus und Rafina (83 Seemeilen von Piräus und 62 von Rafina)) entfernt, stellt auch für Reisende zu anderen Inseln der Kykladengruppe häufig die erste Zwischenstation bei der Reise in diesen Teil Griechenlands dar.

Aber während die Nachbarinseln Mykonos, Delos, Paros und Naxos touristisch stark besucht werden, ist Syros in Deutschland eher noch unbekannt.

Dabei spielt Syros in den Kykladen eine im wahrsten Sinne des Wortes zentrale Rolle. Die Hauptstadt der Insel ist zugleich Hauptstadt der Inselgruppe der Kykladen, die sich von der Insel Andros im Norden bis zur Vulkaninsel Santorin im Süden hinzieht.
Und mit Fug und Recht kann man das Wort Stadt benutzen denn die Polis von Syros ist eine recht große bedeutende Stadt und hat mit derzeit ca 14.000 Einwohnern auch die größte Einwohnerzahl aller Orte der Kykladen. Und diese große Bevölkerungszahl auf einer relativ kleinen Insel von nur 96 km²trägt ganz wesentlich dazu bei, daß Syros auch in Zeiten des Massentourismus ein echtes Stück Griechenland geblieben ist. Wer Syros besucht, der erlebt keine künstliche Touristenwelt in der die Bevölkerung zur Beigabe im touristischen Einerlei reduziert ist.

Syros ist wirtschaftlicher Mittelpunkt der Kykladeninseln und Urlaubsinseln zugleich. Eine Mischung, die natürlich nicht allen Besuchern gleich gefällt. Wer die bekannten Postkartenmotive von schneeweißen Dörfern sucht, der ist sicherlich auf Mykonos und auch auf Paros besser aufgehoben. Doch wer die Mischung aus kykladischen Eigenheiten und pulsierenden griechischem Leben bevorzugt, dem sei Syros wärmstens empfohlen.

Um den besonderen Reiz dieser Insel besser zu verstehen empfiehlt sich ein Blick in die ungewöhnliche Geschichte.
Die entscheidende Weichenstellung für die von den anderen Inseln der Kykladengruppe abweichende Entwicklung, ist in der osmanischen Besatzungszeit zu finden.

Wie auch die gesamte Inselgruppe gehörte die Insel ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts zum venizianischen Herrschaftsgebiet. Die Venizianer führten den katholischen Glauben ein, der sich während ihrer Herrschaftszeit als vorherrschende Glaubensrichtung durchsetzte. Ab 1537 gehörten dann die Kykladen nach der Eroberung durch Truppen des Sultans zum osmanischen Reich. Der Bevölkerung von Syros kam aber zugute, daß die mit dem Sultan paktierenden französischen Könige eine Schutzfunktion für Syros übernahmen und so die Insel im osmanischen Herrschaftsgebiet eine Art neutraler Sonderrolle zukam. Während der osmanischen Zeit entwickelte sich auf Syros ein aktives katholisches Leben entfalten.

Diese religiöse Sonderentwicklung ging mit einer wirtschaftlichen Sonderentwicklung einher. Syros wurde zur Freihandelszone und litt dadurch weniger unter der osmanischen Besatzung als die Nachbarinseln. Während des griechischen Befreiungskampfes ab 1821 blieb Syros unter französischem Schutz. Syros wurde in dieser Zeit von den Truppen des Sultans nicht angegriffen und entwickelte sich dadurch zum Ziel der Überlebenden der Massaker insbesondere auch der ostägäischen Insel Chios. Die Flüchtlinge konnten meist nur ihre nackte Haut retten als sie Syros erreichten. Diese Flüchtlinge siedelten sich auf und unterhalb des Hügels an, der direkt neben dem katholischen Burgberg Ano Syros lag. Damit wurde die heutige Zwillinsgstadt geboren, die aus zwei Hügeln besteht. Links das alte Ano Syros und rechts das neue Ermopolis, benannt nach dem antiken Gott Hermes, dem Gott des Handels.
Aber während die einheimische Bevölkerung auf Syros in Ano Syros fast vollständig katholisch war, waren die einströmenden Flüchtlinge orthodoxen Glaubens. Und noch heute bestimmt diese Dualität das Bild auf Syros. Links auf dem Berg die katholische rechts auf dem Nachbarberg die orthodoxe Kirche. Und auch noch heute teilt sich die Bevölkerung der Insel etwa je zur Hälfte in einen orthodoxen und einen katholischen Teil.

Das die Integration der Flüchtlinge gelang und sogar zur Quelle des Wohlstandes im 19. Jahrhundert wurde, läßt sich auch noch heute am Stadtbild von Ermopolis ablesen.

Bereits 1834 wurde Ermopolis die Hauptstadt der Kykladen. Aber noch wichtiger war die bedeutende Rolle als Drehscheibe des Handels, die Ermopolis sehr schnell zuwuchs. Es wurden große Werften gebaut und mit der Entwicklung der Dampfschiffahrt siedelten sich auch Maschinenbaufirmen auf der Insel an.

In einer Zeit in der sich Athen noch als verschlafenes Provinznest von der osmanischen Zeit zu erholen begann, pulsierte auf Syros bereits das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben. Unter dem Einfluß des ersten griechischen Königs Otto und der ihn begleitenden deutschen Bauherren der klassizistischen Schule wurde aus einer Flüchtlingssiedlung sehr schnell eine der schönsten Städte Griechenlands aufgebaut.

Von den vielen prächtigen Bauten der Stadt ist besonders das Rathaus am Miauli Platz zu nennen. Wenn man vor diesem komplett in Marmor ausgelegten großräumigen Hauptplatz steht und auf das Rathaus blickt, gerät man schon ins Staunen. Es ist auch heute noch kaum zu begreifen wie es im entstehenden griechischen Staat möglich war, derartig prächtige zivile Gebäude zu errichten. Noch heute sind auch die Straßen den Umgebung im Stadtzentrum komplett mit Marmor ausgelegt, der nun dem modernen Straßenverkehr standhalten muß. Viele andere Gebäude in ähnlichem Stil bestimmen das Stadtbild von Ermopolis. Nur wenige Schritte oberhalb des Miauli Platzes liegt das berühmte Apollon-Theater von Syros, das eine verkleinerter Nachbau der Mailänder Skala ist und das in den letzten Jahren mit Unterstützung der EU aufwendig restauriert wurde.

Und dies ist natürlich heute auch eines der Hauptprobleme der Stadt in heutiger Zeit. Das Geld der Stadt reicht natürlich nicht aus, um im gewünschten Umfange die wertvolle Gebäudesubstanz zu erhalten. Während aber noch in den 70iger Jahren der Eindruck des Verfalls vorherrschte, wird heute im großen Umfange restauriert und Ermopolis gewinnt sein einmaliges reizvolles Gesicht immer mehr zurück. Eine wichtige Rolle spielt dabei die EU, die die besondere Bedeutung von Ermopolis anerkannt hat und im großem Umfange Rekonstruktionsarbeiten finanziell unterstützt.

Wichtig ist aber auch, daß mit der früher staatlichen und heute privaten Neochorion Werft ein industrielles Standbein erhalten geblieben ist, um das sich verschiedene andere industrielle und handwerkliche Betriebe gruppieren.

Von zunehmender Bedeutung ist aber auch auf Syros die wirtschaftliche Rolle des Tourismus. Das Syros eine Insel mit besonderen Erlebniswert ist, hat sich immer mehr herumgesprochen und so erfreut sich die Insel insbesondere bei griechischen Touristen einer wachsenden Beliebtheit. Aus dem Großraum Athen nutzen immer mehr Menschen diese Insel als Erholungsziel.

Dies hat zur Folge, daß sich ein typisch griechisches Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten entwickelt hat. Syros ist auch im touristischen Sinne immer ein Stück griechischer geblieben. Dazu gehört auch die Herzlichkeit der Menschen in den Dörfern der Insel, die dem ausländischen Besucher meist sehr aufgeschlossen begegnen.

In den letzten Jahren hat sich auch auf Syros der Tourismus als ein festes Standbein für die Insulaner entwickelt. Allerdings gilt dies nicht für die Inselhauptstadt Ermopolis, in der der Tourismus eher eine kleinere Rolle spielt. Aber in vielen Dörfern der Insel hat sich eine doch recht bedeutsame touristische Infrastruktur entwickelt.

Allerdings ist diese in keiner Weise mit der auf den benachbarten Inseln Mykonos oder Paros zu vergleichen, die im Sommer von einer Touristenwelle überspült werden. Auf Syros ist alles eine Nummer kleiner und griechischer. Die ausländischen Besucher, die hauptsächlich aus Frankreich und Italien kommen, sind gegenüber den griechischen Urlaubern deutlich in der Minderheit. Und diese Urlauber kommen hauptsächlich aus dem Großraum Athen. Wenn sie also neugierig darauf sind, mit Griechen gemeinsam Urlaub zu machen, sind sie hier genau richtig.

Unseren Spaziergang über die Insel beginnen wir in der Ortschaft Ano Syros, der katholischen Hochburg der Insel. Vom Hafen Ermopolis kann man mit dem Linienbus, dem Taxi aber auch zu Fuß (etwa 30 Minuten) nach Ano Syros gelangen. Vom Hafen aus wirkt Ano Syros wie ein Teil der mehrheitlich orthodoxen Hauptstadt Ermopolis. Ano Siros liegt auf dem linken der beiden Zwillingsberge oberhalb der Stadt und ist politisch eine eigene selbständige Gemeinde. Während Ermopolis von seinem klassizistischen Outfit des 19. Jahrhunderts, seiner großen Werft und seinem quirligen Stadtleben geprägt ist, geht es in Ano Syros noch recht beschaulich zu. Beim Aufstieg bemerkt man den Unterschied recht schnell. In Ano Siros gibt es keine breiten Autostraßen, sondern nur verwinkelte Gassen und Eselswege, die keinen motorisierten Verkehr zulassen. Ano Syros entspricht voll und ganz dem typisch kykladischen Bild des Wehrdorfes mit kubischen schneeweißen Häusern, die so verwinkelt angelegt wurden, daß angreifende Piraten im Mittelalter gut abgewehrt werden konnten. Beim Schlendern durch die Gassen bieten sich aber immer auch atemberaubende Ausblicke auch den Hafen der Stadt und auf die Nachbarinseln Tinos und Mykonos, die bei klarem Wetter zum Greifen nahe liegen. Aber Vorsicht! Die Mittagszeit sollte zum Aufstieg in Ano Syros gemieden werden. Die Sonne brennt dann unbarmherzig und der Ausflug kann ganz schnell zur Strapaze werden. Auch zum Fotografieren bieten sich die Morgenstunden oder der frühe Abend an, das Licht ist dann weicher und wärmer.
Tip: Abends in eine der Tavernen von Ano Syros essen gehen. Man sitzt hier mit Blick über Ermopolis und den Hafen. Wenn langsam die Dunkelheit einsetzt beginnt das Lichtermeer von Ermopolis und den Nachbarinseln zu leuchten. Die Tavernen bieten gute Inselküche zu recht vernünftigen Preisen.

Am Hafen in Ermopolis direkt neben dem Schiffsanleger liegt der Busbahnhof. Von hier aus starten die Busse zu den Inseldörfern. Das Busnetz ist so gut ausgebaut, daß sich fast alle Orte sehr gut mit dem Bus erreichen lassen. Aber auch von den Badeorten aus, kommt man mit den Bussen bis in die späten Abendstunden gut in die Stadt. Daneben bietet Syros ein dichtes Taxinetz. Taxis sind hier recht preiswert und anders als in anderen Regionen Griechenlands laufen hier immer Taxameter in den Fahrzeugen. Touristen übers Ohr zu hauen, widerspricht der Ehre der Taxifahrer der Insel.

Galissas

Mit etwa 300 Einwohnern und einer ursprünglichen landwirtschaftlichen Infrastruktur ist Galissas auch heute noch ein recht beschauliches Örtchen. Trotzdem hat sich hier relativ unauffällig das größte touristische Zentrum der Insel herausgebildet. Der Hauptgrund ist die etwa 300 Meter lange Badebucht mit einem wunderschönen Sandstrand, der sanft ins Meer abfällt und deshalb auch für kleine Kinder gut geeignet ist. Wie bei den meisten Stränden der Insel bieten hier Tamarisken die Möglichkeit sich in den Schatten zurückzuziehen. In Galissas gibt es eine gute Auswahl von kleinen und mittelgroßen Hotels aber auch eine Reihe von Privatvermietern. Bis in die späten Abendstunden ist Galissas durch Linienbusse mit Ermopolis verbunden. Es gibt eine gute Auswahl an Tavernen und Cafés und an Wochenenden auch Livemusik. Galissas ist mit zwei Campingplätzen auch für Leute mit schmaleren Geldbeutel und insbesondere für jüngere Reisende ein beliebtes Ziel. Für Freunde des hüllenlosen Badens ist eine kleine Seitenbucht ein beliebtes Ziel, hier darf mit Duldung der örtlichen Autoritäten die Kleidung vollständig abgelegt werden.

Kini

Um von Ermopolis zum nahegelegenen Kini zu gelangen, muß man den zwischen den beiden Orten gelegenen Berg überwinden. Auf der einen Seite in Serpentinen den Berg hinauf auf der anderen Seite in Serpentinen wieder herunter. Obwohl oben auf dem Bergsattel ein Steinbruch das Landschaftsbild beeinträchtigt wird man gleich mit einem malerischen Ausblick auf den Badeort Kini entschädigt, der sich im Halbkreis um die Bucht herumzieht. Kini gehört politisch zur Gemeinde von Ano Syros und ist wie auch die meisten anderen Dörfer der Insel von überwiegend katholischen Griechen bewohnt. In Kini gibt es nur zwei kleine Hotels, dafür aber ein attraktives Angebot an Privatquartieren – überwiegend Apartments mit Küche.

In der etwa 150 Meter langen Bucht, die überwiegend aus Sandstrand besteht, hat die Gemeinde Strohschirme zum Sonnenschutz aufgestellt, die zusätzlich zu den Tamarisken kostenlose Schattenplätze bieten. Um die Bucht nicht zu verschandeln, hat die Gemeinde bisher keine kommerziellen Liegestuhlverleiher zugelassen, so daß am Strand eine entspannte freundliche Atmosphäre herrscht. Trotzdem kann es in der Hochsaison am Wochenende durchaus etwas lebhafter am Strand zugehen. Dann kommen zu den Urlaubern viele Einheimische aus Ermopolis die Kini als attraktives Naherholungsziel schätzen. Cafés und Tavernen bieten bei günstigen Preisen die Gelegenheit zu sehen und gesehen zu werden. Wenn am Abend über dem Meer die Sonne im Abendlicht versinkt, dann kommen nicht nur die frischverliebten Pärchen hier ins Träumen. Kini weist stolz mit einer blauen Fahne drauf hin, daß das Wasser in der Bucht von den europäischen Behörden für seine Sauberkeit ausgezeichnet wird. Hauptgrund hierfür ist eine moderne Kläranlage, auf die stolz verwiesen wird. Auch eine kleine Meerwas-serentsalzungsanlage hat der Ort vorzuweisen. Nur etwa hundert Meter von der Hauptbucht bietet sich eine zweite kleinere Bucht zum Baden an. Und wer es einsamer liebt, der hat in etwa 20 Minuten die Möglichkeit auf einem Eselspfad über der Steilküste entlang oder eine etwas längere Staubstraße in die Nachbarbucht Delfini zu gelangen. Hier lädt eine großzügige Badebucht. Wundern sie sich nicht, wenn sie auch hier auf völlig nackte Strandbesucher treffen. Die meist griechischen Freundinnen und Freunde der Freikörperkultur halten sich hier gern auf und dies in friedlicher Koexistenz mit den Textilbadenden. Eine Taverne, die wie die gesamte Bucht „Delfini“ heißt, bietet eine gute leckere griechische Küche.
Es folgen nördlich weitere einsame Buchten, die nur wandernd erreicht werden können. Sowohl Galissas wie auch insbesondere Kini sind gute Ausgangspunkte für vielfältige Wanderungen. Im Norden der Insel gibt es sogar ein beschildertes Wanderwegenetz. Eine Seltenheit in Griechenland!

Finikas, Possidonia, Vari

Im weniger Gebirgigen mehr lieblichen Süden der Insel liegen u.a. die Orte Finikas, Possidonia und Vari. Jeder dieser Orte bietet gute Sandstrände, kleine Hotels, viele Privatzimmer und eine gute Tavernenauswahl. Mit dem Linienbus sind auch diese Orte gut an Ermopolis angebunden. Es gibt auch eine Ringbusverbindung mit der mehrmals täglich die Inselorte untereinander verbunden sind. So kann man problemlos in Kini oder Galissas wohnen und zum Baden an einem Tag nach Finikas oder, oder, oder fahren. Der Bericht würde viel zu lang um die vielen kleinen Buchten zu beschreiben. Trotz der guten Infrastruktur ist man als ausländischer Tourist hier aber überall in der Minderheit, da Einheimische und griechische Touristen überwiegen. Urlaub auf Syros ist Urlaub mitten in Griechenland – im besten Sinne des Wortes.

Tips und Infos:

Anreise von Deutschland

Syros bietet ausgezeichnete Schiffsverbindungen mit Piräus und Rafina und wird mehrmals täglich von dort angefahren. Mit den neuen Hochgeschwindigkeitsfähren der Minoan Lines ist Syros von Piräus in nur zwei Stunden zu erreichen. Bei Flügen von Deutschland nach Athen ist zu empfehlen, sich im Reisebüro über die Fährverbindungen vorher zu informieren, oder eine Zwischenübernachtung einzulegen.

Der Flughafen von Ermopolis wird derzeit nur von Olympic-Airways angeflogen. Von Deutschland kann man mit Olympic einen Umsteigeflug über Athen buchen und so in wenigen Sunden vom Heimatflughafen nach Syros gelangen. Der Syros nächstgelegene Charterflughafen ist Mykonos. Syros ist von Mykonos aus in nur etwa 20 Minuten mit dem Schnellboot zu erreichen. Täglich gibt es etwa fünf bis acht Fährverbindungen zwischen den Inseln.

Verschiedene deutsche Reiseveranstalter haben zwischenzeitlich Syros in ihrem Programm. Individualreisende werden aber auch freundlich und hilfsbereit durch die örtliche Fremdenverkehrszentrale beraten, die auch Privatunterkünfte vermittelt (Telefon von Deutschland 0030/281/22375 o. 26725). Die Hotels der Insel haben eine gemeinsame Gesellschaft gegründet, bei der ebenfalls Unterkünfte bestellt werden können (Tel. 0030/281/ 80356). Es gibt auch einen Prospekt mit den Beschreibungen der Hotels der Insel, die hier erhältlich ist.

Prospekte können auch bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt/Main Tel. 069/236561 Fax 236576 angefordert werden.

 

Christian Schwarzenholz